Feuer und Flamme: SABATON - The Great Tour 2020 mit APOCALYPTICA und AMARANTHE in Leipzig

Geschrieben von HELL-ZONE am . Veröffentlicht in Photoreports 2020

SABATON - The Great Tour 2020 live in Leipzig - Fotocredit Falk Scheuring

Am 19. Juli des Vorjahres veröffentlichten die schedischen Schwermetaller SABATON ihr Album „"The Great War". In der Folgewoche chartete es weltweit und errang in ihrer Heimat, in der Schweiz und Deutschland auf Anhieb Platz 1. Passend dazu kündigten sie ihre „"The Great Tour"“ quer durch Europa an. Aufgrund der großen Nachfrage setzten sie kurzerhand einen weiteren Gig in Europa an: Leipzig.
Eröffnet wurde der Abend von der aufstrebenden schwedisch-dänischen Melodic-Death-Metal-Band AMARANTHE. Als zweite Vorband und Special Guest musizierten die legendären Cello-Rocker von APOCALYPTICA außerdem gemeinsam mit SABATON. Wir waren für euch dabei und erlebten ein Package aus drei fulminaten skandinavischen Bands!

30.01.2020, Leipzig - Quarterback Immobilien Arena in Leipzig

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Fotocredit Falk Scheuring

Amaranthe Leipzig 2020 - Foto Falk ScheuringAMARANTHE sorgten für die Aufwärmrunde Nummer 1: Mit gleich drei Sängern - den growlenden Herren Henrik Englund Wilhelmsson, Nils Molin und der Sopran-Sängerin Elize Ryd - plus Musikern wussten sie das uneingeschränkte Interesse des Publikums auf ihrer Seite. Kein Wunder, sind die Schweden doch keineswegs Neulinge, veröffentlichten 2018 ihr bereits fünftes Album "Helix" und bewegen sich im Metalbereich auf einem aufsteigenden Ast. Bei AMARANTHE mischen sich typische Femal-Metal-Elemente mit einem Einschlag elektronischer Elemente. Die Band zeigte sich hier in Leipzig bestens gelaunt und trat mit enormer Energie und Leidenschaft auf. Diese vollkommen authentische Spielfreude übertrug sich unweigerlich in die Runde: Hunderte emporgereckter Pommesgabeln und gemeinschaftliches Headbanging sind für einen Metal-Act die wohl besten Zeichen für eine große Verbundenheit.

Die Aufwärmrunde Nummer 2 wurde den den Cello-Rockern von APOCALYPTICA zuteil. SABATON hatten schon lange ein Auge auf das Streicherquartett und eine Zusammenarbeit geworfen, was nun mit einer Einladung zur gemeinsamen Tour umgesetzt wurde.Apocalyptica Leipzig 2020 - Foto Falk Scheuring Mit "Cell-o" haben APOCALYPTICA selbst ein brandneues Album hervorgebracht. Als Einstieg spielten die Finnen das neue kraftvolle Stück "Ashes of the Modern World" um dann zum Kultstück "Path" - einer Master of Puppets Hommage überzuleiten. Apocalyptica lieben die Zusammenarbeit mit Gastsänger(innen): Für "Seemann" - das Rammstein-Cover - holten sie sich heute die Unterstützung von AMARANTHE´s Elize Ryd, was zu einer eindrucksvollen Interpretation führte. Elize durfte ebenfalls den Hit-Song "I dont care", im Original von 2008 mit Adam Gontier, neu interpretieren, was sie hervorragend umsetzte! Die Stimmung beim Apocalyptica-Set wirkte oberflächlich im direkten Vergleich betrachtet gedämpfter, was vielleicht auch an den vergleichsweise durch die Instrumentierung düster wirkenden Stücken lag. Immer wieder und auch diesmal positiv auffällig ist die große Spielfreude: Es ist eine Augenweide, wie Eicca Toppinen, Paavo Lötjönen und Perttu Kivilaakso die Instrumente mal zart, dann wieder hart und mit einer beeindruckenden Leichtigkeit bearbeiten und dabei immer wieder den Kontakt zum Publikum finden. Mit dem finalen "Nothing Else Matters"-Metallica-Evergreen hatte man alle Metalheads hundertprozentig bei sich und lag sich förmlich gemeinsam schunkelnd und singend in den Armen. Unter großem Jubel wurde das Quartett (vorläufig) verabschiedet. APOCALYPTICA gaben dann noch einen Ausblick: Im Herbst wird man auf eigene Tour gehen und am 08.11.2020 in Leipzig sein!

SABATON:
Sabaton Leipzig 2020 Foto Falk Scheuring Power-Metal - 1. Weltkriegs-Szenario - und Spaß, jede Menge Spaß zugleich?! Seltsam und ja, die Schweden bekommen es hin. Um es zu verstehen muss ein kurzer Exkurs her: Genau 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs begannen SABATON mit den Aufnahmen für das Album. Vorausgegangen war eine intensive Beschäftigung mit dieser düsteren Epoche und dem damit verbundenen Trauma. Die Band nahm eine eigene Aufarbeitung des Themas unter großem Aufwand vor und will zum Nachdenken auffordern: Musik gegen das Vergessen. Jeder der Songs behandelt ein spezielles Thema des Krieges. Dazu veröffentlichten Sabaton Videos, welche die die Hintergründe der einzelnen Lieder beleuchtet. So erklärt sich auch der Bühnenaufbau, der in ziemlich realistischer Form an den Kriegschauplatz Verdun erinnerte - inklusive Schützengraben aus Sandsackbarrieren, Stacheldraht und der schon bekannten Panzer-Haubitze (auf welcher hoch thronend, Hannes Van Dahl seine Drum-"Salven" abfeuerte) sowie einer Videoleinwand im Hintergrund. Das Intro setzt für einige Minuten ein, die Spannung auf den Mainact wird bis zur Schmerzgrenze hochgefahren und dann die Erlösung: Der fallende riesige Vorhang gibt den Blick auf die Kulisse der Show frei. Ein ohrenbetäubender kanonengleicher und gleißend heller Explosions und Nebeleffekteffekt sowie Pyro-Nebel blenden für Bruchteile von Sekunden die Sinne des Publikums. Und plötzlich sind die fünf Bandmitglieder auf der Bühne präsent und geben mit dem Stück "Ghost Division" von Null auf Hundert die volle Metal-Breitseite, inklusive Headbanging und Mitsinggarantie. Sabaton Leipzig 2020 Falk Scheuring 2894Um das Level hochzuhalten, wird alsgleich der Titelsong "Great War" vom aktuellen Album nachgeschoben. Die dabei wohl an Kriegsszenarien erinnernden Flammen kreuz und quer auf der Bühne und in Richtung Auditorium gereichten zuweilen rammsteinschen Shows sehr wohl das Wasser und setzten mit einer solchen Intensität ein, dass den ersten Reihen der Schweiß ran und bei so manchem Smartphone der ersten Besucherreihen die Linsen förmlich erglühten.Sabaton Leipzig 2020 Foto Falk Scheuring 5538
Aus  zwanzig Jahren Bandgeschichte, neun Studioalben mit einem musikalischen Manifest menschlicher Abgründe und heroischer Überhöhung und einer Reise über die Schlachtfelder des Kontinents lässt sich mächtig schöpfen, wobei der Hauptfokus im Set natürlich immer am aktuellen Werk ausgerichtet wurde.  

Die Stage wurde in blutrotes Licht getaucht, als zur großen Freude die Männer von APOCALYPTICA erschienen und gemeinsam das neu interpretierte Stück "Angels Calling" erklang. Gefolgt vom Erfolgsstück "Fields Of Verdun" und weiteren vier Songs, verliehen die Cello-Rocker den Stücken ihren besonderen Glanz. Viel zu schnell verging die Zeit mit diesem musikalisch-visuellen Bühnenmeisterwerk und schon befand man sich mitten im Zugabenblock. "Noch ein Bier" schallt es und wird rasch erledigt... Kleine große Geste: Ein neunjähriger Junge aus der ersten Reihe, der heute sein allererstes Metal-Konzert besuchte, bekommt von Sänger Joakim die Sonnenbrille geschenkt.
"Wollt ihr ewas schwedischen Folkrock?", so erschallt noch eine rhetorische Frage an das Auditorium? Aber selbstverständlich! - So wird "To Hell and Back" gemeinsam gefeiert und anschließend hieß es nach rund 90 Minuten Abschied nehmen.

DANKE SABATON! Noch ein Bier!

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