FADERHEAD - Leipzig - Bericht

Geschrieben von Mandy Privenau am . Veröffentlicht in Photoreports 2010

FADERHEAD - Leipzig - 2010FADERHEAD auf "Black Friday"  Tour
 
Leipzig - Werk II - 29.10.2010
 
 
 
 
Im Ausklang einer anstrengenden Arbeitswoche gehört es am Freitagabend für Viele zum guten Ton,  alles hinter sich zu lassen, den Kopf auszuschalten und einfach mal gepflegt auszuflippen.
Da dieses Unterfangen in Gesellschaft wesentlich besser funktioniert als allein in den heimischen vier Wänden, fanden sich feierwütige Electrofans am 29.10.2010 in der Halle 5 – Leipzig -  ein. Hier gab es ab 20:30 Uhr ein bunt gemischtes Programm für Electro und Pop-Fans.
 

 

Headliner des Abends war FADERHEAD aber auch die davor folgenden 3 Bands konnten sich sehen und hören lassen.

 

 

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Copyright Fotos: Mandy Privenau


 
Die Rolle des Openers oblag den Holländern XMH, welche bereits seit 2003 unter diesem Namen musikalisch aktiv sind. Frontmann und Sänger Benjamin Samson wurde verstärkt durch seine 2 Synthiespieler – Pieter und Charlot.XMH
Ein gelungener Einstieg XMH als erste Band des Abends spielen zu lassen, denn auch wenn zunächst eine noch etwas magere Fanschaar versammelt war, so rockten die Jungs und Mädels das Haus und begeisterten die Anwesenden. Die Wenigsten hielten ihre Füßchen still und dankten den halbstündigen Auftritt mit großem Applaus.
Nach einer kurzen Umbaupause ging es weiter mit TWICE A MAN, einem Duo aus Schweden, welches bereits seit 1981 aktiv im Musikbusiness unterwegs ist. Die etwas in die Jahre gekommenen Herren traten mit wenig technischem Schnickschnack auf. Eine kleine Schreibtischlampe beleuchtete das Notebook, von welchem die Tracks angespielt wurden. Mehr als eine Gitarre und ein keyboardähnliches Gerät zum Umhängen benötigte das Duo nicht.
Die Beamerprojektion im Hintergrund half zusätzlich dabei, nach XMH wieder ein bisschen zur Ruhe zu kommen und sich zu sammeln, TWICE A MAN schien wie eine sphärische Reise durch einen Blätterwand, vertont mit klingenden und klirrenden Synthietönen. Dieser gediegene Dark-Wave Sound veranlasste das Publikum sich niederzulassen, in aller Ruhe den Klängen zu lauschen, während man sich gepflegt unterhalten konnte.
Eine ganz andere Konzerterfahrung für mich, vielleicht im Kontext der übrigen Bands auch etwas fehl platziert war es aber dennoch sehr interessant, die Herren einmal live zu sehen.
Aber es wäre ja kein Partyabend, wenn man nicht tanzen könnte. Um dem Publikum auch diesen Wunsch zu erfüllen, betraten als 3te Band des Abends EISENFUNK die Stage. Ein absolutes Kontrastprogramm zu Twice a Man erwartete die nun doch ordentlich gefüllte kleine Location. Knapp 300 Leute waren es, die mit der im Jahre 2006 durch Michael Mayer ins Leben gerufenen Industrial Band abhotten wollten. Die harten Beats und Noiseelemente fesselten die Anwesenden ab dem ersten Ton.
Eisenfunk 
EISENFUNK präsentierten nahezu durchweg tanzbare Stücke, die mit viel Action auf der Bühne durch Frontmann Micha, Keyboarder und „Kleinster des Trios“ Toni sowie Drummer Arthur aufgepeppt wurden. Man kam ganz schön ins Schwitzen bei dem Rumspringen, Mitschreien und Klatschen. Unter anderem die Songs und Einspieler via Beamer wie „Werbung in eigener Sache“ oder der Song  „Pong“ – der Hit mit Club-Charakter, ließen die Atmosphäre richtig kochen. Nach einer Stunde war aber auch dieser Gig um und die Münchner übergaben an ihre Kollegen aus Hamburg.
Nach dem Vorglühen bei EISENFUNK waren als Headliner des Abends nun die beiden Jungs von FADERHEAD an der Reihe. Nach den letzten drei Alben innerhalb von 3 Jahren kam vor kurzem Album Nr. 4 – „Black Friday“ auf den Markt und die Partygemeinde wartete gespannt auf die Performance alter "Hitgiganten" und natürlich neuen Materials der beiden Hamburger.  Mit "Girly Show" gab es zum Einstieg einen älteren Track vom 2007er Album. Vorerst stand nur Synthi-Spezialist Dr. Jo auf der Bühne. Doch auch Mr. Faderhead himself ließ nicht lange auf sich warten. Von der ersten Sekunde an war das Publikum voll dabei und fing an mit dem Beat zu gehen. 

Der Mix aus gefühlvollen Texten, aber auch heißen und rhythmischen Beats, ist immer wieder faszinierend. Eine solche Mischung hinzubekommen, so das für jeden etwas dabei ist, erfordert wirkliches Können. Nach „Break Apart Again“ kam dann einer der Clubhits vom 2008er Album „Aquire the Fire“. Spätestens hier konnte niemand seine Füße mehr still halten.
Frontmann FADERHEAD war auch überaus spendabel an diesem Abend und beglückte einige Ladies in der ersten Reihe mit einem Schluck Absolut Wodka, den er direkt aus der Flasche den Damen in den Mund fließen ließ. Aber, da man ja nicht alle Besucher einzeln mit Wodka verwöhnen kann, entschied er sich gleich zweimal dem Publikum eine Absolut-Wodka-Dusche zu verpassen und spritzte das kostbare Elixier in die Menge. Ohnehin hatte man von Beginn an den Eindruck das die Jungs richtig viel Lust auf diesen Gig hatten und immer wieder mit dem Publikum in engen Kontakt traten. Mit den Damen wurde geflirtet, mit den Herren gemeinsam einige Textpassagen gegrölt. Oder während eines Songs wurden mal schnell "Kumpelbilder" direkt vor der Bühne gemacht. Absolut sympathisch diese Band!
Spontan gesellte sich auch noch Toni von EISENFUNK für ein kurzes Intermezzo auf die Bühne dazu und feierte für zwei Songs neben Faderhead mit.
Mit insgesamt 17 Songs war das Set richtig prall gefüllt und im Vergleich zu den letzten Auftritten erneut modifiziert worden. „Escape it Maschine“ und „Sexy back“ fiel ganz weg, dafür gab es aber z.B. „NOISE“, „The Way To Fuck God“ und „Vanish“, was sonst eher weggekürzt ist.
Absolutes Clubpotential hat der Song „Destroy, Improve, Rebuild“ vom neuen Album "Black Friday". Das Publikum ging völlig drauf ein und alle gröhlten diese 3 Schlagworte um die Wette. Etwas „unfair“ war die Spielerei mit den Besuchern zum Ende der Show: Ein Track, der eigentlich im Set nie fehlen darf, wurde einfach totgeschwiegen. Nach „Destroy, Improve, Rebuild“ wollten sich die beiden Hamburger bereits verabschieden… Doch, keiner mag verärgerte Fans zurück lassen!
Und so fand der Abend seinen absoluten Höhepunkt mit „TZDV“ in der, wie es mir schien, mega-extended-Version.
Keuchend und schwitzend war nun auch der letzte Fan zufrieden und so konnte man kurz nach Mitternacht die Heimreise antreten.
 
 
SETLIST:
1. Girly Show
2. Break apart Again
3. Acquire the Fire
4. Electrosluts Extraordinaire
5. Baby Firefly
6. Horizon Burn
7. ZigZig MAschinery
8. Burning/Dancing
9. Vanish
10. Dirtygrrrrls/Dirtybois
11. Hammer of the God
12. O/H Scavenger
13. Noisebastardz
14. The Way to Fuck God
15. Houston
16. Destroy
17. TZDV
 
 
FAZIT:
Ein absolut ausgewogener Abend mit einer wunderbaren Spannungskurve, extrem gut zeitlich terminierten Abläufen und einem fabulösen Höhepunkt!
Faderhead live ist eine zwingende Empfehlung. Wie auch das Tragen von schwarzen Klamotten gehört FADERHEAD zu einem gelungenen Electro und Dirty Groove Abend einfach dazu!  
 

 

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