JUNO REACTOR-The Golden Sun Of ..

Geschrieben von Detlef Fink am . Veröffentlicht in CD-Check

JUNO REACTOR - THE GOLDEN SUN OF THE GREAT EAST

VÖ - Termin: April 2013

Info:Weit weg vom Mainstream
und dem Formatradio und
doch ganz in der Zeit

JUNO REACTOR - The Golden Sun Of The Great East

Label: Metropolis Records

Veröffentlichung: 26.April 2013 Stil: Experimental Electro / Trance 

 
 
 
THE GOLDEN SUN OF THE GREAT EAST – was für ein außergewöhnliches Album von BEN WATKINS alias JUNO REACTOR!
Es ist, bis auf wenige vokale Beiträge im Hintergrund einzelner Titel ein Instrumentalalbum, bei dem so einige Titel, die, wenn sie keine clubtauglichen Tanznummern sind, einen Soundtrack hätte abgeben können. Auch wenn nicht bekannt ist, wovon der Brite selbst zu diesem Werk inspiriert wurde, ermöglichen wiederum seine erschaffenen Töne und Sounds der einzelnen Songs dem Hörer sein ganz eigenes Kopfkino zu kreieren.

Einzelne der immer überlangen Titel, keiner der 9 Tracks hat eine Laufzeit von weniger als 5 Minuten, als besonders hervorzuheben, macht keinen Sinn. Jeder Titel hat etwas ganz Spezielles, Besonderes. Zu unterschiedlich sind die verarbeiteten musikalischen Einflüsse und Ideen, zu unterschiedlich ist das, was aus diesen Einflüssen entsteht. Faszinierend ist, wie die verschiedensten musikalischen Anregungen von JUNO REACTOR  mittels elektronischer Sounds und Effekte umgesetzt werden, so dass daraus etwas Eigenes entsteht. Trotz der so unterschiedlichen Themen und musikalischen Stile kann man das Album mit Genuss durchhören.
juno reactor band 2013

 


Folgend ein paar meiner Eindrücke und Bilder, die sich in mein Hirn schlichen, als ich das Album hörte:
Das Kinderlachen, die Glocken und die dezenten Percussions zum Anfang des Openers "Final Frontier" suggerieren Esoterik, um nach einiger Zeit fulminant zu einer clubtauglichen Tanznummer zu mutieren. Hier machen JUNO REACTOR es möglich, dass Musik a la PINK FLOYD oder JEAN MICHEL JARRE tanzbar wird, ohne dass man bewusstseinserweiternde Mittelchen in irgendeiner Form zu sich genommen hat. Die an sich atmosphärischen Klänge werden durch die äußerst geschickt programmierten Rhythmen so angetrieben, dass es unweigerlich nicht nur in den Beinen zuckt. "Invisible" und "Shine", Titel 2 und 5 auf dem Album, verarbeiten indes indisch angehauchte musikalische Motive und Sounds. Elektronisch verfremdet begeistern die so entstandenen Melodien, angetrieben durch die wiederum hervorragend und sehr einfühlsam programmierten Percussions, die gleichfalls dem indischen Klangkosmos entliehen sind. Hier fällt es leicht, Bilder im Kopf entstehen zu lassen.

 


"Guillotine" lässt an YELLO denken. Ähnlich wie bei "The Race" von YELLO rast der Song vielfältig variierend durch die Gehörgänge."Trans Siberian" an Nummer 4 auf dem Album erzeugt unterschwellig leicht düstere LAIBACH – Gefühle, ohne auch nur eine Note der Slowenen zu verwenden. Dabei darf abgetanzt werden. Wie gesagt, das sind Eindrücke, die sich bei mir einstellten.

 

Für TEMPEST werden im Mittelteil spürbar bei THE PRODIGY entliehene Stimmungen verarbeitet. So entsteht eine weitere Tanznummer. Das darauf folgende "Zombie" erklärt sich irgendwie schon über den Namen des Songs und die eingestreuten Sprachsamples. Ein Zombie stapft emotionslos dumpf fast sieben Minuten lang geradeaus durch die Welt (den Song). "To Byculla" hat wieder indische Momente und würde sehr gut als Grundlage für einen Soundtrack funktionieren. Die nassen Peitschenhiebe und die schwermütige Melodie mit dem klagenden Frauengesang wecken traurige Gefühle und bieten Raum für das angesprochene Kopfkino. Mit "PlayinfgWith Fire", bei dem sich mir die Titelbezeichnung nicht erschließt und weil auch mit der aus dem Namen des Titel gegebenen Denkrichtung bei mir so richtig keine Bilder im Kopf entstehen wollen, endet das Album. Aber nur wenn man will. Diesen Song am Ende des Albums kann man auch als Intro für den ersten Song gelten lassen, und so macht er dann wieder Sinn. Es wird aus dem Ende ein Neuanfang. Wenn das so gewollt war, ist es einfach genial! Und wenn nicht geplant, ist es immer noch so.
 
Wer von JUNO REACTOR bewusst noch nie Notiz genommen hat, wird überrascht sein, ihre Musik vielleicht doch zu kennen. Unter anderem veredelten sie musikalisch solche Filme wie BEOWULF, MATRIX oder TOMB RAIDER.
Wer  sich also niveauvoll anmachen lassen will, sollte in THE GOLDEN SUN OF THE GREAT EAST unbedingt hineinhören. Das ist schon besonders, was uns Mastermind BEN WATKINS da anbietet. Weit weg vom Mainstream und dem Formatradio und doch ganz in der Zeit wird Musik offeriert, die locker in der Lage ist, einen für mehrere CD-Durchläufe immer wieder zu begeistern.

 Tracklist:

1. FINAL FRONTIER   (10:05)
2. INVISIBLE   (8:48)
3. GUILLOTINE   (7:00)
4. TRANS SIBERIAN   (7:55)
5. SHINE   (5:28)
6. TEMPEST   (7:58)
7. ZOMBIE   (6:43)
8. TO BYCULLA   (5:01)
9. PLAYING WITH FIRE   (6:39)

Homepage: www.junoreactor.com

Tags: Juno Reactor

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